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Kehida und die Krücke

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oder: die Geschichte meiner Heilung in Kehida

Wir saßen in einer Besprechung, und während dem Meeting leidete ich unter kaum ertragbaren Schmerzen. Wir schrieben den 9. Monat N. U. (nach dem Unfall) – eine wirklich neue Zeit fing für mich an: 19 Knochenbrüche (ganz zu schweigen von den drei Wirbelsprüngen): als ob meine Rippen, mein Becken und meine Hüfte durch eine Brechmaschine durchgegangen wären. Drei Monate im Krankenhaus (5 Wochen in der Intensivstation), drei Operationen, ein viertel Kilogramm Metall eingebaut – ich überlebte es.

Ich konnte noch immer nur mit einer Ellbogenkrücke gehen, und ein unlinderer Schmerz quälte mich in jeder Position. Ich konnte kaum die Besprechung folgen, denn ich musste auch darauf achten, dass es nicht evident wird, dass ich leide. Offensichtlich schaffte ich es nicht, denn kaum endete die Besprechung, als Tihamér mit den folgenden Wörtern zu mir kam: „Karcsi, du solltest unser Heilbad in Kehida ausprobieren – viele Leute heilten sich schon bei uns.“ Zuerst dachte ich: „Warum würde es mir nutzen, ich habe keinen Rheuma, bin nicht herzkrank und auch nicht besonders alt – ich hörte noch von keiner solchen Kur für Knochenbrüche und für Lungenverletzungen.“
Aber ich machte mir ein-paar Tage später Gedanken darüber: Muss ich jetzt für immer mit der Krücke oder mit dem Stock gehen? Hatte es überhaupt einen Nutzen, dass ich am Leben blieb? Ich bin es nicht nur mir selbst und meiner Familie, aber auch den Ärzten und der Krankenschwestern des Krankenhauses Veszprém – deren Sachkenntnisse und Anständigkeit ich nur in Superlativen erwähnen kann – schuldig damit, dass ich alles probiere.
Natürlich hatte ich bis dahin schon ein paar Monate Rehabilitation zu Hause und auch in Japan hinter mir, ich trainierte, schwamm und spazierte im Wasser 4-5 Mal pro Woche, Dank dessen wurde ich kräftiger, aber der Schmerz in meiner Hüfte, in meinem Kreuzbein und in meiner Brust linderte sich nicht, und ich brauchte immer noch die Krücke.
Also nahm ich den Rat meines Freundes, Tihamér an, und zog im Kehida ein. Die Bauarbeiten des Thermalhotels und das Restaurant waren damals noch nicht fertig; zwei kleine Gebäude wurden erst gebaut, in einem von denen befand sich im Erdgeschoss die Bauleitung. Ich wurde in einem der Zimmer im Stockwerk untergebracht, und fing gleich mit der Kur an. Der Morgen und die Nacht fanden mich in dem – damals noch einzigem – bedeckten Becken. Ich spazierte im Wasser, schwamm oder saß nur unter dem günstigen, warmen Heilwasserstrom, und „behandelte“ meine schmerzhaften oder schwachen Körperteile.
Nach einigen Tagen bewegte ich mich im bis zum Brust reichenden Heilwasser ganz geschickt, ich lief die für denselben Tag gestellte Aufgabe von Wand zur Wand. Ich fühlte mich immer kräftiger, und schlief wohl – nicht nur wegen der angenehmen Müdigkeit, sondern auch, weil ich unter immer wenigeren Schmerzen leidete.
4-5 Tage verging, und ich fing an, mich wieder wie ein Mensch zu fühlen – besonders im Becken, worin ich die Krücke nicht mehr brauchte. Dann an einem Morgen geschah das WUNDER. Eine gerade Holztreppe leitete von dem Zimmer im Stockwerk runter zum Erdgeschoss, wo die Bauleitung eine Besprechung hatte. Ich wollte auf jeden Fall mit Tihamér reden, also stolperte ich eilig auf der Treppe herunter. Als ich die letzte Stufe verließ, merkte ich, dass ich die KRÜCKE OBEN IM ZIMMER LIEß. Ein euphorisches Gefühl erfüllte mich, und ich wiederholte laut: „ich vergaß die Krücke, ich brauche die Krücke nicht!!“ Ich löste nicht nur eine kleine Verblüfftheit von den Anwesenden aus, da sie mich ein paar Tage früher als einen Invaliden sahen und verzeichneten. Neben ihrer begeisterten Ermunterung klammerte ich mich ein bisschen an das Geländer, und kletterte die Treppe hoch um die Krücke zu holen. Natürlich wagte ich den ein paar hundert Meter langen Weg ohne sie nicht auf mich zu nehmen, aber das kam auch bald an die Reihe.
Nach einigen Tagen, als meine Kollegen zu meinem Arbeitsplatz hinschauten, wollten sie nicht glauben, was sie da sahen: statt einem gebückten, kranken, alten Mann mit Krücke könnten sie einen fast stattlichen, jungen Mann sehen.
Danach legte ich den Stock in den Wagen nur um sicher zu gehen, aber ich musste ihn nicht mal benutzen. Später brachte ich einen Stock mit Teleskop, einen „bergsteigen Stock“ mit, der auch in meine Tasche passte, aber ich weiß nicht, wo er geblieben ist. Letzten Sommer –ohne Stock – bestiegen meine Tochter und ich den Geschriebenstein, den höchsten Punkt Transdanubiens; und jetzt überlege ich mir, dass ich nach 4 Jahren noch mal Skifahren gehen sollte...
Inzwischen wurden das Thermal- Heil- und Erlebnisbad und Hotel Kehida und das Restaurant Deák aufgebaut, und wurden zum Stolz Ungarns. Seitdem fahre ich immer vorbei, wenn ich nur kann. Daneben, dass ich ewigen Dank für meine fast wunderbare Heilung verpflichtet bin, möchte ich auch glauben, dass meine Geschichte etwas geholfen hat. Unter den Schwierigkeiten der Bauarbeiten, könnten die Bauleiter und die Geschäftsführer des Bades Glauben schöpfen, dass was sie machen eine großartige Sache ist: sie können Menschen helfen, Leben retten oder Vollkommener machen – mehr als das tun, kann man nicht.

Dr. Károly Kutics